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B]order[line I

Gibt es etwas Grausameres als das frühmorgendliche Verlassen des eigenen warmen Bettes, um in der Kälte der Nachgeburt der Novembernacht zum ersten, aber sicher nicht letzten Mal an diesem hoffnungsfreien Tag gegen ein visuelles und emotionales Schwarz zu kämpfen? Um sich mit einem viel zu heißen Schluck Kaffee durch Verbrühung des Redeorgans zu (Halbleben zu er)wecken, nachdem man den ersatzweise verhassten Körper notdürftig gereinigt und in Stoffirgendwas gehüllt hat? Um sich außer Haus zu bewegen, nachdem der Impuls, wieder innenwärts zu flüchten, äußerlich überwunden ist? Um sich auf das feindliche Drahtgetier zu schwingen und mit von zu kaltem Fahrtwind in die Augen getriebenen Wassertropfen auf ein (optisch) grau(envoll)es Kastengebäude zuzustrampeln, um in ihm in toten Gesichtern Leben zu suchen - aber selbst zu tot zu sein, um es wahrnehmen zu können, wäre es denn vorhanden?
Im ersten Moment, wahrscheinlich auch noch im Zweiten, möchte das Seiende in und an mir kraftlos "Nein" rufen. Doch spätestens im Dritten fällt ihm ein, dass es viel furchtbarere Grausamkeiten gibt. Das sind vor allem Jene, die man sich selbst antut; in Wort und Wort und Tat. Die Worte und Worte und Taten, die Schmerz von einer Ecke der Psyche in die Andere schieben und die Geister, die niemand absichtlich rief, aufschreien lassen - laut, aber doch niemals laut genug, um zu betäuben.
Borderline.
9.11.05 17:10





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